„KI ist da – und jetzt?“: Der 10. Fachtag zeigt Chancen, Fragen und neue Aufgaben für die Grundbildung
Unter dem Titel „KI ist da – und jetzt?“ ging es beim 10. Berliner Fachtag für Alphabetisierung und Grundbildung am 17. Juni 2026 darum, wie Künstliche Intelligenz die Grundbildung verändert. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Verständlichkeit, Teilhabe, Beratung und den Kompetenzen, die Fachpersonen und Lernende brauchen, um KI selbstbestimmt und kritisch nutzen zu können.
KI als Thema der Grundbildung angekommen
Schon der Einstieg machte deutlich, wie nah das Thema an Alltag und Praxis liegt. Moderatorin Clara Drammeh eröffnete den Fachtag mit einem augenzwinkernden Bezug auf ChatGPT: Sie hatte die KI gefragt, wie sie die Moderation des Fachtags beginnen könne. Aus dieser spielerischen Annäherung wurde schnell eine ernsthafte Bestandsaufnahme: Einige Teilnehmende nutzen KI bereits regelmäßig, andere begegnen dem Thema interessiert, aber auch skeptisch oder unsicher. Diese Mischung prägte den Tag.
KI kann Zugänge erleichtern – aber nicht von allein
Nach dem Grußwort von Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und der Begrüßung durch Dr. Theresa Hamilton wurde deutlich: KI ist kein Randthema der Grundbildung. Sie berührt zentrale Fragen von Teilhabe, Verständlichkeit und Zugang zu Informationen. KI kann zum Beispiel helfen, Schreiben von Behörden besser zu verstehen, Texte zu vereinfachen, Webseiten zugänglicher zu machen oder Inhalte vorzulesen und zusammenzufassen. Auch Wahlprogramme, Formulare oder Lernmaterialien können verständlicher werden.
Die entscheidende Kompetenz sitzt vor dem Bildschirm
Gleichzeitig zeigte der Fachtag: KI führt nicht automatisch zu mehr Teilhabe. Entscheidend ist, wer sie nutzt, wofür sie eingesetzt wird und ob Menschen wissen, wie sie mit KI umgehen können. Christiane Carstensen machte in ihrer Einführung deutlich, dass KI nicht nur dazu dient, schneller Texte zu schreiben oder Aufgaben abzukürzen. Wichtig ist auch zu verstehen, wie KI zu Antworten kommt. Denn KI kann Inhalte überzeugend formulieren, auch wenn sie falsch sind oder wichtige Perspektiven fehlen. Ein zentraler Gedanke ihres Vortrags war: Die entscheidende Kompetenz sitzt nicht im Tool, sondern vor dem Bildschirm.
Diese kritische Perspektive zog sich durch den gesamten Fachtag. KI kann Barrieren abbauen, wenn sie verständlich, reflektiert und zielgerichtet eingesetzt wird. Sie kann aber auch neue Abhängigkeiten, Ausschlüsse und Unsicherheiten schaffen, wenn Menschen keinen Zugang, keine Orientierung oder keine Möglichkeit zur kritischen Einordnung haben.
Austausch statt fertiger Anwendungstipps
In Workshops, Gesprächen und der abschließenden Podiumsdiskussion wurde diese Spannung praxisnah weitergeführt. Das Programm reichte vom machtkritischen Umgang mit KI im Grundbildungsunterricht über sinnentnehmendes Lesen mit KI bis zum Bau eigener Chatbots. Zugleich ging der Blick über KI hinaus: Es ging auch um politische Grundbildung, verständliche Verwaltungssprache, leichter verständliche Fachtexte, Studienergebnisse zu Grundkompetenzen Erwachsener und Kinder und Jugendliche als Zielgruppe von morgen.
Damit standen nicht einfache Antworten oder fertige Tool-Listen im Mittelpunkt, sondern Haltung, Orientierung und gemeinsame Lernprozesse. Der Austausch zwischen Fachpersonen, Lernenden, Wissenschaft und Praxis zeigte, wie unterschiedlich Erfahrungen und Perspektiven sind – und wie wichtig Räume für gemeinsame Verständigung bleiben.
Ein neues Arbeitsfeld für die Grundbildung
Zum Abschluss bat Clara Drammeh die Teilnehmenden, den Satz „KI stärkt Teilhabe nur dann, wenn …“ zu vervollständigen. Christiane Carstensen sagte: „… wenn wir es ausprobieren, einfach mal eintauchen und damit leben, dass wir mal etwas zu 80 Prozent verstehen.“ Dr. Jens Korfkamp ergänzte: „… sie kritisch vermittelt wird.“ Julia Naji betonte, dass KI-Tools vertrauensvoll und vertrauenswürdig vermittelt werden müssten. Martina Rubbel verwies auf nötige Rahmenbedingungen: „… wenn Ressourcen für Lehrkräfte freigemacht werden und sie das nicht in ihrer Freizeit lernen müssen.“
Der Fachtag zeigte: Künstliche Intelligenz ist für die Grundbildung kein abgeschlossenes Thema, sondern ein neues Arbeitsfeld. Es geht um technische Möglichkeiten, aber vor allem um gesellschaftliche Fragen: Wer bekommt Zugang zu Informationen? Wer kann digitale Werkzeuge selbstbestimmt nutzen? Wer versteht, wie KI Ergebnisse erzeugt? Und wie kann Grundbildung dazu beitragen, dass neue Technologien Teilhabe für viele Menschen erleichtern?
Der Fachtag in Bildern von der Fotografin Pia Henkel

























































Ein Chatbot ist ein Programm auf dem Computer oder Handy.
Man kann dem Chatbot eine Frage schreiben.
Der Chatbot schreibt automatisch eine Antwort zurück.
Chatbots findet man zum Beispiel auf Internetseiten, in Apps oder in Messengern wie WhatsApp oder Telegram.
Viele Chatbots nutzen Künstliche Intelligenz. Das heißt: Sie können Sprache erkennen, Texte verstehen und passende Antworten geben.
Ein Chatbot ist ein Programm auf dem Computer oder Handy.
Man kann dem Chatbot eine Frage schreiben.
Der Chatbot schreibt automatisch eine Antwort zurück.
Chatbots findet man zum Beispiel auf Internetseiten, in Apps oder in Messengern wie WhatsApp oder Telegram.
Viele Chatbots nutzen Künstliche Intelligenz. Das heißt: Sie können Sprache erkennen, Texte verstehen und passende Antworten geben.
ChatGPT ist ein KI-Chatprogramm von OpenAI. Du kannst ihm Fragen stellen oder dir beim Schreiben und Verstehen von Texten helfen lassen. ChatGPT kann sich irren – wichtige Infos deshalb immer prüfen.
Künstliche Intelligenz (KI)
KI sind Computerprogramme, die aus vielen Daten lernen. Sie können zum Beispiel Texte schreiben oder Bilder erkennen. KI kann helfen – aber sie macht auch Fehler.
Technische Akademie für berufliche Bildung Schwäbisch Gmünd e.V.
Die TA organisiert Fort- und Weiterbildungskurse vor allem im gewerblich-technischen und kaufmännischen Bereich.
